Hürden, Tunnel, Steg & Co.
Ute Book • 25. Dezember 2022
Es ist so weit, Smillas erstes Agility Turnier!
Irgendetwas stimmt nicht, Frauchen ist seit Tagen nervös. Diese Woche hat sie zusätzlich zu unserem normalen Training zweimal die Agility Halle gebucht und wir haben ganz allein trainiert. Besonders der Steg ist ihr irgendwie wichtig, immer wieder soll ich ihn laufen und sie schaut genau, ob ich auch die Zonen treffe. Ich finde das pingelig, aber na gut, wenn ich artig durchlaufe, wartet am Ende der Jackpot in Form des Futterautomaten auf mich. Lecker!!! Ich finde es toll, dass wir so oft trainieren, Agility ist meine Leidenschaft…
Heute Morgen übertreibt sie es allerdings. Es ist noch ganz dunkel draußen und ich bin müde. Außerdem ist es so kalt, dass alles gefroren ist. Trotzdem soll ich mit ihr ins Auto steigen. Okay, dann schlafe ich halt im Auto weiter. Oh, wir halten an der Agility Halle! Warum sind denn hier so viele andere Hunde mit ihren Menschen? Jetzt werde ich ganz aufgeregt und kann mir das Bellen kaum verkneifen. Drinnen wird bereits ein Parcours aufgebaut. Es ist in der Halle genauso kalt wie draußen, mit meinem dicken Fell stört mich das aber nicht. Mein Frauchen jammert allerdings ziemlich rum, dass sie so kalte Füße hat und bestimmt gar nicht laufen kann. Nun darf ich hinter der Halle ein wenig Slalom um Frauchens Beine laufen und auch eine einzelne Hürde steht dort im Schnee herum, die nutze ich für ein paar kleine Sprünge und Biegungen. Dann gehen wir in die Halle zurück und schon nach kurzer Zeit höre ich, wie die Namen von Frauchen und mir aufgerufen werden. Ich werde aufs Feld gebracht – was soll ich denn jetzt machen? Ich sehe ganz viele Fremde, die uns anschauen! Ich sehe aber auch eine Menge Hürden, Tunnel, Steg, Wand… das ist gut, da darf ich jetzt bestimmt rennen. Ich lasse mein Frauchen nicht aus den Augen und da gibt sie mir auch schon das Kommando zum Starten. Ich weiß genau was ich tun soll, aber vor Angst fühle ich mich wie gelähmt und gehe die Sache lieber vorsichtig an. Nach kurzer Zeit bin ich schon wieder im Ziel und höre die Leute klatschen. Mein Frauchen und ich haben unsere erste Runde in einem A0 Lauf fehlerfrei geschafft! Da die Hindernisse tatsächlich recht schwierig gestellt sind, bleiben wir am Ende die Einzigen ohne Fehler und belegen damit trotz der langsamen Zeit den ersten Platz! In der second chance fühle ich mich schon deutlich sicherer und schaffe den Parcours wieder fehlerfrei, aber direkt 8 Sekunden schneller. Das bedeutet für mich wiederum Platz 1. Mein Frauchen kann es gar nicht fassen und ist überglücklich. Nun darf ich schon im nächsten Turnier in A1 starten. Frauchen sagt, dafür soll ich den Slalom noch sicherer können, aber das wird schon. Ich bin sooo stolz!

Pünktlich zum Herbst wird es wieder spannend bei uns. Am Freitag waren wir mit Kleo beim Trächtigkeitsultraschall und nun ist es raus: Kleo erwartet Welpen von Pino (No Limit from Shamrock River)! Wir haben drei Herzchen munter schlagen sehen und freuen uns darauf, die kleinen Flauschis in tricolour um den 3. Dezember zu begrüßen. Kleo geht es bestens: von Schwangerschaftsübelkeit hat sie noch nichts gehört und hat von Tag eins ihrer Trächtigkeit einen Bärenappetit. Lange Spaziergänge hält sie für unnötige Energieverschwendung und schnüffelt lieber ganz in Ruhe ihr Revier ab. Am liebsten chillt sie zu Hause in einer ruhigen Ecke. Das ist auch völlig in Ordnung, für Agility und co. ist nach der Welpenzeit noch reichlich Gelegenheit. Nach 1,5 Jahren Welpenpause sind wir überglücklich und können es kaum erwarten, die Kleinen zu verwöhnen und bestens auf ein aktives, glückliches Leben vorzubereiten.
Am 13. April ist Kleo morgens unruhiger als sonst. Sie scharrt und buddelt und sucht ganz offensichtlich einen geeigneten Platz, um ihre Welpen zur Welt zu bringen. Am Abend werden die Wehen dann stärker und gegen 19:00 Uhr verliert Kleo Fruchtwasser. Die erste Fruchtblase ist also geplatzt und wir erwarten innerhalb der nächsten halben Stunde den ersten Welpen. Aber nichts tut sich und die Unruhe steigt! Stattdessen verliert Kleo gegen 20:00 Uhr erneut Fruchtwasser. Da unser Tierarzt beim Röntgen nur noch vier statt fünf Welpen gesehen hat, kam das erste Fruchtwasser vermutlich aus der leeren Fruchthülle. Um 20:14 Uhr kommt dann endlich der erste Welpe, Findus, gesund und mit stattlichen 209 Gramm. Ihm folgt eine viertel Stunde später Fiene mit 242 Gramm, ebenfalls gesund und munter. Danach ruht sich die kleine Familie erstmal aus, bis dann um 22.35 Uhr die größte der vier Welpen, Fjella mit 267 Gramm ans Licht der Welt möchte. Mama Kleo muss sich ordentlich anstrengen! Auch die letzte Hündin, Fleur, wird problemlos mit 237 Gramm geboren. Nach kurzer Reinigung des Wurflagers und Schnellwäsche von Kleo darf die junge Familie sich nun ganz in Ruhe kennenlernen und wieder Kraft tanken. Die Welpen finden sofort den Weg zur Milchbar und trinken kräftig. Sie nehmen in den nächsten Tagen ordentlich an Gewicht zu und Mama Kleo kümmert sich vorbildlich. Gespannt warten wir nun darauf, wann es bei Kylie losgeht. Sie flitzt noch genauso flink durch den Garten als wäre sie gar nicht trächtig. Da der Arzt bei ihr nur zwei Welpen gesehen hat, ist ihr Bauch nicht so im Weg. Am 23. April, also genau 10 Tage nach Kleos Geburt, scharrt und hechelt Kylie schon in den frühen Morgenstunden. Gegen 6:30 Uhr ist ihr erster Welpe da, mit stattlichem Gewicht aber leider leblos. Wir vermuten, dass die hübsche Hündin unter der Geburt zu viel Fruchtwasser geschluckt hat. Auch nach einer Stunde intensiver Bemühungen können wir die Kleine nicht ins Leben zurückholen. Wir sind darüber sehr traurig! Kurz darauf setzen die nächsten Wehen ein und nach zweimaligem Pressen ist die kleine Grace geboren. Klein trifft es tatsächlich gut, denn sie wiegt nur 112 Gramm! Sie ist der bislang leichteste Welpe, der bei uns lebend geboren wurde. Ansonsten macht sie aber einen fitten Eindruck und Mama Kylie geht gleich in ihrer Mutterrolle auf. Leider ist der Saugreflex der Kleinen nicht gut ausgebildet und so fällt ihr das Trinken sehr schwer. Am nächsten Tag wiegt sie nur noch 102 Gramm und fühlt sich trotz Wärmelampe und Snuggle Safe kühl an. Auch die Welpenmilch aus dem Fläschchen kann sie nicht aufnehmen. Ich beschließe zum Tierarzt zu fahren. Da organisch soweit alles in Ordnung scheint, entscheiden wir uns für die Ernährung mittels Magensonde. Sie bekommt eine Glukoselösung und nach kurzer Zeit steigt ihre Körpertemperatur. Nun bekommt sie alle zwei Stunden mittels Magensonde Welpenmilch und nimmt endlich zu! Zwei Tage später ist sie stark genug, um die Milch aus der Flasche zu trinken. Richtig gierig ist sie mittlerweile und ich muss höllisch aufpassen, dass sie sich nicht verschluckt. In der Zwischenzeit legen wir immer mal wieder einen Welpen von Kleo zu Kylie, um ihre Milchproduktion aufrecht zu erhalten. Nach einer Woche kann Grace endlich alleine bei ihrer Mama trinken. All dies scheint lange her, wenn man die fünf Welpen zusammen durch den Garten flitzen sieht. Aber tatsächlich hat es sechs Wochen gedauert, bis Grace soweit an Gewicht zugelegt hat, dass sie mit den starken Welpen von Kleo spielen kann, ohne dass wir uns Sorgen machen müssen. Nun genießen wir die letzten Wochen mit den kuscheligen, wilden Rabauken. Wir freuen uns, dass wir wieder einmal so tolle Familien für unsere Welpen gefunden haben und sind sehr gespannt auf ihre weitere Entwicklung!
